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Altlast Langes Feld

Sicherung der Altlast

Erkundung

Zur Festlegung der Dichtwandtiefe wurden 1.460 lfm Aufschlussbohrungen und 31 Pumpversuche durchgeführt. Weiters wurden 1.600 lfm Schächte hergestellt. Für die Gefährdungsabschätzung haben chemische Analysen und Deponiegasuntersuchungen die Erkundungsbohrungen begleitet.

Absicherung

Jahrzehntelang wurde das Gebiet als Deponie genutzt, unkontrollierte Schüttungen fanden statt. Entsorgt wurde alles, was nicht mehr benötigt wurde: von Bauschutt über Hausmüll bis zu Materialien, die heute einer gesonderten Behandlung zugeführt werden müssten. Das deponierte Material tauchte zum Teil ins Grundwasser ein bzw. lag im Grundwasserschwankungsbereich - die Gefährdung des Grundwassers war dadurch überaus akut. Eine Absicherung dieser Altlast war unumgänglich. Sie erfolgte nach dem „Wiener Dichtwandkammersystem“, das folgende Vorteile bietet:

  • Über das Kammersystem kann jede einzelne Kammer auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Dies geschieht, indem der Wasserspiegel in jeder Kammer gegenüber dem Grundwasserspiegel über einen bestimmten Zeitraum um einige Meter abgesenkt oder aufgefüllt wird. Mögliche Fehlstellen werden so festgestellt und können jederzeit behoben werden.
  • Die Langzeitkontrolle des Systems ermöglicht es darüber hinaus, bei der Errichtung und in Zukunft Veränderungen der Durchlässigkeit der Kammerwände zu beobachten. So erhält man fundierte Aussagen über die Langzeitbeständigkeit.

Bauarbeiten

Dichtwände

Zur Minimierung der Wasserhaltung des umschlossenen Bereichs wurden Dichtwände in zwei Verfahren ausgeführt.

Herstellung Schmalwand

Ein schwerer Stahlträger wird mittels eines Rüttelbären in den Boden eingerammt. Während des Ziehens der Bohle werden die verbleibenden Hohlräume unter Druck mit einer Dichtwandmischung aus Bentonit, Wasser, Steinmehl und Zement verpresst. Da dieser Vorgang nahtlos laufend erfolgt, entsteht eine fugenlose Wand. Am Langen Feld gelang es uns, Schmalwände in großtechnischem Ausmaß bis in eine Tiefe von 33 m herzustellen.

Herstellung Schlitzwand

Diese Dichtwände wurden nach dem Zweiphasenverfahren hergestellt, d.h. die Herstellung der Schlitzwand erfolgt in zwei Arbeitsgängen. Zunächst wird der Boden durch das Aushubwerkzeug unter Stützung der Schlitzwandungen mit einer reinen Bentonitsuspension ausgehoben.

Im zweiten Arbeitsgang wird diese Stützflüssigkeit gegen das eigentliche Dichtungsmaterial ausgetauscht. Das entwässerte Bentonit wird für die Herstellung der Trennschicht verwendet.

Wasserhaltung

Es muss sichergestellt sein, dass keine Sickerwässer aus dem umschlossenen Altlastenbereich in den umgebenden Grundwasserhorizont sowie tiefer liegende Grundwasserleiter austreten. Dafür wird eine Potenzialdifferenz von 50 cm von außen nach innen bzw. von unten nach oben durch die Wasserhaltung ständig aufrechterhalten. Diese notwendigen Grundwasserabsenkungen im Inneren der Deponie und in den Dichtwandkammern werden durch eine computergesteuerte, vollautomatische Wasserhaltungsanlage erzielt.

Ebenso wird zwischen den parallelen Dichtwänden eine Wasserhaltung betrieben. Eine Einstellung der Kammerwasserstände von 20 cm über dem Deponiewasserstand bietet zusätzliche Sicherheit gegen das Austreten von Sickerwässern. Fehlstellen in den Dichtwänden können durch eventuell auftretende Änderungen der abzupumpenden Mengen frühzeitig erkannt und repariert werden, ohne dass dabei Sickerwässer austreten.

Zahlen und Fakten

Technische Daten

Dichtwandfläche ca. 225.000 m2, davon 186.000 m2 Schmalwände bis 33 m Tiefe und 39.000 m2 Schlitzwände bis 56 m Tiefe. Umschließungslänge ca. 4.200 m inkl. einwandige Schmalwand am Markomannenweg. 42 Dichtwandkammern nach dem „Wiener Dichtwandkammersystem“ mit einer Länge von ca. 90 m und einer Breite von 5 m. 104 Kammerpegel.

Bauzeit der Umschließung

  • Teil 1: 06.07.1992 - 01.12.1993
  • Teil 2: 01.08.1996 - 01.05.1997

Nach der Absicherung der Altlast wird das Areal als Deponie genutzt.

Altlast Langes Feld

Sicherung eines umwelttechnischen Sorgenkindes im Zeitraffer.

1990 wurde die Altlastensanierung und Abraumdeponie Langes Feld GmbH zum Zwecke der Sanierung der Altlast W15: Langes Feld gegründet. Ab 1992 wurde die ausgewiesene Altlast durch die Betreibergesellschaft saniert und auf diesem Areal eine Deponie errichtet. Die Fertigstellung des Dichtwandkammersystems erfolgte im Jahr 1997. Im Jahr 2017 wurde die Altlast vom Umweltbundesamt als gesichert ausgewiesen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Umweltbundesamtes unter:
https://altlasten.gv.at/atlas/verzeichnis/Wien/Wien-W15.html